Leserstimme / Römer 01

„Es verweigert sich jeder bequemen Schublade“

Eine persönliche Rückmeldung zu Uwe Hofmanns „Der Zünder“.

Buchcover von Der Zünder von Uwe Hofmann
Der Zünder · Römer, Band 1

Ich bin bei politischen Thrillern immer misstrauisch, weil man meistens schon nach den ersten Kapiteln merkt, in welche ideologische Ecke einen der Autor drängen will.

Dieses Buch macht etwas völlig anderes: Es verweigert sich jeder bequemen Schublade. Die Ermittlerin in der Kontrollbehörde gerät nicht zwischen Gut und Böse, sondern zwischen die Mahlsteine von Leuten, die das Urteil schon gefällt hatten, bevor die Fakten überhaupt auf dem Tisch lagen.

Man spürt beim Lesen diese ganz reale, beklemmende Bekanntheit: Wie schnell aus einem Vorfall eine fertige Schlagzeile wird und wie unerwünscht jeder ist, der noch einmal genau hinschaut und unbequeme Widersprüche findet.

Es ist kein lautes Buch, aber es erzeugt eine nervöse Grundspannung, die einen packt und nicht mehr loslässt. Ich habe es in wenigen Stunden durchgelesen und blicke seitdem mit einem sehr viel schärferen Blick auf die täglichen Eilmeldungen. Absolute Empfehlung!