Vergesst die üblichen Reißbrett-Thriller, bei denen am Ende der böse Drahtzieher im Versteck gestellt wird.
„Der Zünder“ fühlt sich deshalb so verdammt echt an, weil er genau dort ansetzt, wo die Realität wehtut: an den handwerklichen Fehlern, den Zufällen und der Hektik, mit der Politik und Öffentlichkeit sofort Erklärungen fordern, die ins eigene Bild passen.
Das Buch liest sich wie geölt, hat keine Längen und baut von der ersten Seite an einen Druck auf, der einen durch die Kapitel peitscht. Man will einfach wissen, wie weit die Beteiligten gehen, um ihre Version der Geschichte gegen die Wirklichkeit zu verteidigen.
Ein kompakter, ungemein spannender Pageturner, der ohne künstliches Aufblähen auskommt. Kaufen, anfangen, in einem Rutsch weglesen; das Ding ist jeden Cent wert.